Privatpraxis für Psychotherapie
Jan Byszewski, M. Sc.

 

GENERELLES
Was ist Psychotherapie?

Bild von Leo_Visions aus Unsplash

Psychotherapie ist ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren zur Behandlung psychischer Störungen. Als sprechendes Heilverfahren umfasst sie die Diagnostik störungswertiger Probleme, die Vermittlung von Informationen über die Problematik und die Veränderung der Symptomatik.

So weit die Theorie. In der Praxis zeigen sich jedoch oft deutlich komplexere Realitäten. Menschen kommen nicht mit klar umrissenen Kategorien in die Therapie, sondern mit widersprüchlichen Gefühlen, persönlichen Beschwerden und individuellen Lebensgeschichten, die sich nicht ohne Weiteres in diagnostische Schubladen einordnen lassen. Ebenso wenig sollte sich daher Therapie unabänderlich an vorgefertigte Konzepte klammern. Standardisierte Methoden bieten zwar Orientierung und wissenschaftliche Grundlage, doch in der Begegnung mit realen Menschen müssen sie flexibel angepasst werden. Jede Therapeutin und jeder Therapeut steht vor der Aufgabe, das theoretische Wissen mit der subjektiven Wirklichkeit des Gegenübers in Einklang zu bringen – mal strukturierter, mal offener, je nachdem, was die Situation erfordert.


Daher zeichnet sich in den letzten Jahren auch in der Forschung ein zunehmender Trend der Öffnung hin zu integrativen und pluralistischen Ansätzen ab. Anstatt sich strikt an eine einzige therapeutische Schule zu binden, rückt die Frage in den Vordergrund, welche Interventionen für welche Person in welcher Situation am hilfreichsten sind. Dadurch entsteht ein wissenschaftlicher Diskurs, der weniger um dogmatische Grenzen kreist und stärker um die Wirksamkeit konkreter Prozesse und relationaler Faktoren.
Dieser Trend spiegelt wider, was viele Praktiker*innen schon lange erleben: dass therapeutischer Erfolg häufig nicht aus der reinen Anwendung eines Modells entsteht, sondern aus der Passung zwischen Methode, Beziehungsgestaltung und individuellen Bedürfnissen. Forschung und Praxis bewegen sich somit zunehmend aufeinander zu. Qualitative Studien, Prozessforschung und individualisierte Therapieplanung gewinnen an Bedeutung, weil sie dem Rechnung tragen, was im Behandlungszimmer tatsächlich passiert.
Insgesamt deutet diese Entwicklung darauf hin, dass Psychotherapie immer mehr zu einem flexiblen, evidenzinformierten und zugleich menschlich geerdeten Verfahren wird – einem Feld, das Wissenschaft und persönliche Erfahrung nicht gegeneinander ausspielt, sondern miteinander verbindet.

Insgesamt deutet diese Entwicklung darauf hin, dass Psychotherapie immer mehr zu einem flexiblen, evidenzinformierten und zugleich menschlich geerdeten Verfahren wird – einem Feld, das Wissenschaft und persönliche Erfahrung nicht gegeneinander ausspielt, sondern miteinander verbindet.



ARTEN VON THERAPIE 
Welche Arten von Therapie gibt es?

Und viel wichtiger: welche ist für mich die richtige? In Deutschland gibt es vier staatlich anerkannte psychotherapeutische Richtlinienverfahren. Diese Verfahren gelten als wissenschaftlich fundiert und dürfen im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung angewendet und abgerechnet werden:



Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) - Die KVT konzentriert sich darauf, aktuelle Probleme und belastende Denkmuster zu erkennen und gezielt zu verändern. Sie geht davon aus, dass Gedanken, Gefühle und Verhalten miteinander verknüpft sind. Durch strukturierte Methoden und praktische Übungen erlernen Patienten neue Sichtweisen und Verhaltensweisen, die zu einer spürbaren Verbesserung des Wohlbefindens führen können. Die KVT ist wissenschaftlich sehr gut erforscht und gilt als besonders wirksam.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie - Diese Therapieform basiert auf der Annahme, dass unbewusste Konflikte und frühere Erfahrungen unser heutiges Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen. Ziel ist es, diese inneren Konflikte sichtbar zu machen und zu bearbeiten. Die Behandlung orientiert sich stärker an aktuellen Problemen, blickt aber immer auch auf deren Wurzeln in der Vergangenheit. 

Psychoanalyse - Die Psychoanalyse geht ebenfalls davon aus, dass unbewusste Prozesse und frühkindliche Erfahrungen unser Leben prägen. Im Unterschied zur tiefenpsychologischen Therapie ist sie intensiver und umfassender: Sie findet häufig mehrmals pro Woche statt, dauert meist länger und nutzt Techniken wie freies Assoziieren oder die Analyse von Träumen. Ziel ist eine tiefgreifende Veränderung der Persönlichkeit und ein besseres Verständnis der eigenen inneren Welt.


Systemische Therapie - Die systemische Therapie betrachtet Probleme nicht isoliert in der Person, sondern im Kontext ihrer Beziehungen – etwa Familie, Partnerschaft, Arbeitsumfeld. Sie untersucht kommunikative Muster und dynamische Wechselwirkungen. Veränderungen werden angestoßen, indem neue Sichtweisen entwickelt und alternative Handlungsmöglichkeiten erprobt werden. Die Methode ist lösungsorientiert, ressourcenstärkend und oft vergleichsweise kurzzeitig.





WAS BIETE ICH AN?
Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)



Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT), die ich in meiner Privatpraxis anbiete, ist die in Deutschland und weltweit verbreitetste und wissenschaftlich aktuell am intensivsten beforschte Therapieform, ihre Wirksamkeit ist umfassend belegt. Die therapeutische Vorgehensweise orientiert sich dabei sowohl an Ihren persönlichen Ressourcen als auch an den für Sie passenden Handlungsstrategien, um gemeinsam möglichst effektiv Ihre individuellen Lebensziele zu erreichen.
Als Verhaltenstherapeut gehe ich davon aus, dass jeder Mensch im Laufe seines Lebens hilfreiche Strategien entwickelt, um mit anderen Menschen, mit Situationen und mit Problemen umzugehen. Aus den vielfältigen Erfahrungen, Gedanken, Emotionen und Erinnerungen entstehen persönliche Schemata, die unser Leben meist erleichtern und unsere Persönlichkeit formen. 



Diese Strategien sind nie falsch, im Gegenteil, sie sind immer folgerichtig, aber das muss nicht bedeuten, dass sie ein Leben lang sinnvoll sind.


Mit der Zeit kann es nämlich vorkommen, dass manche dieser erlernten Strategien und Schemata nicht mehr hilfreich sind. Sie kosten unnötig viel Kraft, führen zu Konflikten und beeinträchtigen dauerhaft die Lebensqualität. Ebenso kann es geschehen, dass Strategien, die unter normalen Bedingungen genügen würden, unter erhöhtem Druck oder belastenden Lebensumständen schlicht nicht mehr ausreichen. Auch dadurch können anhaltende Schwierigkeiten entstehen. In beiden Fällen kommt es häufig zu krisenhaften Zuspitzungen, die deutlich machen, dass ein „Weiter so“ nicht mehr trägt – und der Wunsch nach Veränderung wächst. Eine Verhaltenstherapie kann dann einen wirksamen Weg in Richtung Veränderung eröffnen.


In den Therapiesitzungen entwickle ich gemeinsam mit Ihnen alltagstaugliche Hilfen für einen konstruktiveren Umgang mit Ihren persönlichen Problemfeldern und den zugrunde liegenden Schemata. Ihre Lebensgeschichte, die zur Entstehung dieser Muster beigetragen hat, beziehen wir dabei bewusst mit ein. Durch praktische und lebensnahe Übungen lernen Sie, neue Perspektiven zu gewinnen, alte, nicht mehr hilfreiche Schemata abzuschwächen und tragfähige Bewältigungs- und Handlungsstrategien aufzubauen. Schritt für Schritt erweitern Sie so Ihre Kompetenzen für eine erfüllte Lebens- und Beziehungsgestaltung. 


Zu verschweigen, dass dieser Entwicklungsprozess Arbeit erfordert, wäre falsch – wie immer, wenn man im Leben Wesentliches anpackt. Gleichzeitig kann diese Arbeit sehr bereichernd sein und darf durchaus mit Leichtigkeit und Humor gestaltet werden.
Die Verhaltenstherapie ist als wissenschaftlich fundierte Methode kein starres Gebilde, sondern entwickelt sich kontinuierlich weiter. In den vergangenen Jahrzehnten haben diese Entwicklungen zu bedeutenden Erweiterungen geführt, die häufig unter dem Begriff „Dritte Welle der Verhaltenstherapie“ zusammengefasst werden. Dazu zählen unter anderem die Schematherapie, die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) sowie die emotionsfokussierte Therapie (EFT). Selbstverständlich integriere ich diese modernen Ansätze nach aktuellem Forschungsstand in Ihre Behandlung.